Der Aufstieg und Fall des App Stores

Der Aufstieg und Fall des App Stores

Wie KI-Agenten Apps ersetzen und die Zukunft der Software neu gestalten

by Mario Zehl

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Über fünfzehn Jahre lang prägte ein Satz unsere digitale Welt: „There’s an app for that.“ Apple und Google veränderten mit ihren App Stores grundlegend, wie Software entwickelt, vertrieben und genutzt wird. Sie schufen neue Märkte, ermöglichten Millionen von Entwicklern den direkten Zugang zu Nutzern – und wurden zugleich zu mächtigen Gatekeepern einer globalen Plattformökonomie. Doch was passiert, wenn wir Software künftig nicht mehr selbst suchen, herunterladen und bedienen müssen? In „Der Aufstieg und Fall des App Stores“ zeichnet der erfahrene Softwareentwickler und Unternehmer David Book die Entwicklung der App Economy nach – von den chaotischen Jahren vor dem App Store über dessen explosionsartigen Aufstieg bis zu den wirtschaftlichen und technologischen Kräften, die das heutige Modell zunehmend infrage stellen. Im Zentrum steht eine These mit weitreichenden Folgen: KI-Agenten könnten die Art, wie wir Software nutzen, fundamental verändern. Wenn intelligente Systeme Aufgaben verstehen, selbstständig geeignete Werkzeuge auswählen und über APIs und Dienste im Hintergrund ausführen können, verliert die klassische Anwendung als zentrale Schnittstelle möglicherweise an Bedeutung. Nicht mehr das beste App-Icon könnte entscheiden, sondern der beste Zugang zu Daten, Funktionen, Schnittstellen und intelligenten Systemen. Die deutschsprachige Ausgabe erweitert diese Perspektive um die unternehmerische Sicht von Mario Zehl, Gründer und CEO der AI Infrastructure Company appMacr. In Kapitel 20, „Die Agent Economy ist bereits da – Wie Unternehmen sich jetzt vorbereiten“, überträgt er die Entwicklung auf die Realität von Unternehmen und stellt mit dem AI-First Enterprise Framework und dem Agent Readiness Framework zwei Modelle vor, mit denen Entscheider ihre Organisation auf eine zunehmend agentenbasierte Softwarewelt vorbereiten können. Dieses Buch richtet sich an Softwareentwickler, Gründer, Technologie- und IT-Führungskräfte, Produktmanager, Vorstände, Investoren und Entscheider in digitaler Transformation und Innovation. Es ist kein Buch über den nächsten KI-Hype. Es ist ein Buch über einen möglichen fundamentalen Plattformwechsel – und über die Frage, die Entwickler und Unternehmen jetzt stellen sollten: Was kommt nach der App Economy – und sind wir darauf vorbereitet?

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Vorwort zur deutschsprachigen Ausgabe

Manche Bücher liest man anders, wenn man den Menschen kennt, der sie geschrieben hat. David Book kenne ich seit vielen Jahren. Unsere gemeinsame Geschichte begann lange bevor dieses Buch entstand - in einer Zeit, in der Apps gerade dabei waren, die Softwarewelt grundlegend zu verändern.

Ein wichtiger Teil dieser Geschichte war Buzztouch.

David hatte Buzztouch 2009 gegründet. Die Idee dahinter war für die damalige Zeit außergewöhnlich: Menschen sollten eigene native Apps entwickeln können, ohne selbst klassische Softwareentwickler sein zu müssen. Buzztouch sollte die Erstellung von Apps demokratisieren. David beschreibt diese Geschichte und die daraus entstandenen Erfahrungen auch in diesem Buch.

Ich brachte Buzztouch 2013 nach Europa.

Was zunächst als geschäftliche Zusammenarbeit begann, wurde schnell sehr viel größer. Wir entwickelten gemeinsam Projekte, bauten Communitys auf, diskutierten Technologie und Geschäftsmodelle und beschäftigten uns immer wieder mit der Frage, wie Software einfacher zugänglich werden kann.

Zu dieser gemeinsamen Zeit gehörte auch unser unvergessliches Buzztouch Code Camp und die Buzzcon 2014 in Las Vegas.

Es war eine Zeit, in der Apps noch Aufbruch bedeuteten. Entwickler, Unternehmer und Menschen ohne klassischen technischen Hintergrund konnten plötzlich Dinge bauen, für die wenige Jahre zuvor noch große Softwareteams notwendig gewesen wären.

Genau diese Begeisterung für die Demokratisierung von Technologie hat David und mich von Anfang an verbunden.

Aber irgendwann waren wir längst nicht mehr nur Geschäftspartner.

Aus der Zusammenarbeit entstand eine Freundschaft, die weit über Buzztouch hinausging.

David war bei meiner Hochzeit dabei. Er kam zu der großen Feier zu meinem 50. Geburtstag extra von New York nach Las Vegas. Eine Zeit lang lebte David sogar in Italien und damit waren wir für amerikanisch-europäische Verhältnisse beinahe Nachbarn. Ich wiederum war zu seiner Hochzeit mit seiner zweiten Frau in Italien eingeladen. Über viele Jahre begleiteten wir so nicht nur unsere jeweiligen Projekte und Unternehmen, sondern auch Teile unseres persönlichen Lebens. David und seine Familie sind mittlerweile ein fester Bestandteil meiner Familie geworden.

Deshalb ist dieses Buch für mich mehr als die Übersetzung eines amerikanischen Technologiebuchs.

Ich kenne den Menschen hinter vielen dieser Geschichten und könnte noch weitere Bücher mit und über David und mich schreiben. Ich kenne auch die Denkweise hinter jedem geschriebenen Satz.

David und ich haben uns über viele Jahre immer wieder mit technologischen Veränderungen beschäftigt - nicht nur damit, was eine neue Technologie technisch ermöglicht, sondern was geschieht, wenn sich dadurch ganze Geschäftsmodelle, Plattformen und Verhaltensweisen verändern.

Genau darum geht es auch in diesem Buch.

Davids zentrale These lautet, dass die App-Store-Ära nicht für immer bestehen wird.

Apps und App Stores waren eine Antwort auf ein bestimmtes Problem einer bestimmten technologischen Epoche. Sie haben Softwaredistribution revolutioniert und eine gewaltige neue Wirtschaft geschaffen.

Aber technologische Modelle sind nicht dauerhaft.

Heute entsteht eine neue Form der Interaktion mit Software.

Statt eine Anwendung zu suchen, herunterzuladen, zu öffnen und anschließend Schritt für Schritt zu bedienen, können wir einem intelligenten System zunehmend mitteilen, was wir erreichen wollen.

Das System kann anschließend selbst entscheiden, welche Werkzeuge, Daten oder Dienste dafür benötigt werden.

Damit verändert sich etwas Grundlegendes.

Der Mensch muss nicht mehr zwangsläufig wissen, welche App für eine Aufgabe zuständig ist.

Er muss beschreiben können, welches Ergebnis er erreichen möchte.

Und genau an diesem Punkt teile ich Davids grundlegende Einschätzung.

Ich glaube ebenfalls nicht, dass Apps und App Stores in ihrer heutigen Form das endgültige Modell für die Interaktion zwischen Menschen und Software sein werden.

Mehr noch:

Wir arbeiten bereits an dieser nächsten Form.

Mit PAMS verfolgen wir die Idee eines Personal Operations System.

Die langfristige Vorstellung dahinter ist nicht, dem Nutzer noch eine weitere Sammlung von Apps zur Verfügung zu stellen.

Im Gegenteil.

Das Ziel ist ein persönliches intelligentes System, das den Nutzer versteht, seine Aufgaben und seinen Kontext kennt und mit verschiedenen Fähigkeiten, Diensten und KI-Agenten arbeiten kann, ohne dass der Mensch dafür ständig zwischen einzelnen Anwendungen wechseln muss.

Das ist für mich einer der entscheidenden Unterschiede zwischen der App Economy und einer möglichen Agent Economy.

In der App Economy muss der Mensch lernen, wie Software funktioniert.

In einer Agent Economy muss Software zunehmend lernen, was der Mensch erreichen möchte.

PAMS befindet sich heute noch in einer frühen Entwicklungsphase.

Aber genau deshalb empfinde ich Davids Buch nicht als abstrakte Zukunftsprognose.

Viele der Fragen, die er hier stellt, beschäftigen uns bereits ganz praktisch:

Wie organisiert man Software, wenn Anwendungen nicht mehr der zentrale Zugangspunkt sind?

Wie kommunizieren Agenten mit unterschiedlichen Systemen?

Wie werden Daten, Wissen und Fähigkeiten verfügbar gemacht?

Wie entsteht Vertrauen?

Wie behalten Menschen Kontrolle?

Und wie kann aus vielen einzelnen digitalen Werkzeugen ein intelligentes System werden, das tatsächlich im Interesse seines Nutzers arbeitet?

Diese Fragen führen weit über den klassischen App Store hinaus.

Und sie führen auch über reine Technologie hinaus.

Für Unternehmen verändert eine solche Entwicklung Prozesse, Organisationsstrukturen, Softwarearchitekturen und möglicherweise ganze Geschäftsmodelle.

Gerade für Unternehmen in Deutschland und Europa kommen dabei zusätzliche Anforderungen hinzu: Datenschutz, Governance, regulatorische Rahmenbedingungen, Sicherheit, Nachvollziehbarkeit und Vertrauen.

Deshalb wollte ich dieses Buch nicht einfach nur ins Deutsche übertragen.

Davids Buch bleibt dabei Davids Buch.

Seine 16 Kapitel, seine Erfahrungen, seine Argumentation und seine Perspektive bilden das Fundament dieser Ausgabe.

Die zusätzlichen Inhalte der deutschsprachigen Ausgabe sind bewusst davon getrennt.

Sie beginnen dort, wo Davids Analyse für mich eine neue Frage aufwirft:

Was bedeutet diese Entwicklung jetzt für uns?

Für Unternehmen.

Für Unternehmer.

Für Entwickler.

Und für Menschen, die heute Systeme bauen, die möglicherweise schon Teil der Welt sind, die David in diesem Buch beschreibt.

Vielleicht wird der Übergang langsamer verlaufen.

Vielleicht wird er anders aussehen.

Vielleicht werden Apps noch sehr lange neben Agenten existieren.

Aber ich teile Davids Überzeugung, dass sich die Art und Weise verändert, wie wir mit Software interagieren.

Und nach all den Jahren, in denen David und ich bereits einen großen technologischen Wandel gemeinsam erlebt haben, empfinde ich es als etwas Besonderes, nun vielleicht am Beginn des nächsten zu stehen.

Damals ging es darum, Menschen zu ermöglichen, Apps zu bauen.

Heute arbeiten wir an einer Welt, in der Menschen vielleicht irgendwann gar nicht mehr darüber nachdenken müssen, welche App sie überhaupt benötigen.

Für mich schließt sich damit ein Kreis.

Und genau deshalb freue ich mich sehr, Davids Buch mit dieser deutschsprachigen Ausgabe einem neuen Publikum zugänglich zu machen - ergänzt um meine Perspektive auf die Agent Economy und auf die Frage, was dieser Wandel für Unternehmen in Deutschland und Europa bedeuten könnte.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

Und vor allem wünsche ich Ihnen, dass dieses Buch Sie dazu bringt, eine Frage zu stellen, die David und mich seit vielen Jahren immer wieder beschäftigt:

Was kommt als Nächstes?

Mario Zehl

Herausgeber der deutschsprachigen Ausgabe

Gründer & CEO von appMacr

Vorwort

Im Laufe meiner Karriere hatte ich das Privileg, mehrere große technologische Umbrüche mitzuerleben. Ich habe gesehen, wie das Internet unsere Kommunikation verändert hat, wie Cloud Computing die Bereitstellung von Software neu gestaltet hat, wie Smartphones für Milliarden von Menschen zum primären Computergerät wurden und wie künstliche Intelligen

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