Der Pfad der Jäger

Der Pfad der Jäger

Ein gewaltiges Epos über Freiheit, Verrat und den Kampf um das ungezähmte Land

by Joerg Probst

22 chaptersde

Rupert's Land an der James Bay, 1722: Die allmächtige Hudson’s Bay Company beherrscht den Norden Amerikas mit eiserner Faust. Wer das Pelzmonopol bricht, bezahlt mit dem Leben. Als eine brutale Strafexpedition der Handelsgesellschaft das Dorf des jungen Ojibwe-Jägers Makwa niederbrennt, seinen Vater tötet und seine Schwester verschleppt, bleibt ihm nur ein Schwur: Rache. Zusammen mit dem wortgewandten Métis Étienne Leduc, der die verborgenen Wasserwege des Landes wie kein anderer kennt, wagt Makwa das Unmögliche. Sie knüpfen ein geheimes Handelsnetzwerk zu den Franzosen und entfachen einen erbarmungslosen Guerillakrieg in den verschneiten Wäldern in den Sümpfen zwischen dem Albany und dem Moose River. Ihnen gegenüber steht Captain Jonathan Blackwood, ein eiskalter Stratege, der den Aufstand um jeden Preis niederschlagen will. Doch in diesem Land sind nicht nur die Menschen tödlich – auch der eisige Winter kennt kein Erbarmen. Joerg Probst webt ein mitreißendes historisches Abenteuer voller Authentizität, dramatischer Wendungen und tiefgründiger Konflikte. Ein kraftvoller Roman über die unbeugsame Sehnsucht nach Freiheit

  • Literary Fiction
  • Historical Fiction
  • Adventure
  • Expedition
  • Quest
  • Lost Civilization

Prolog

Der Atem des Nordens war schon immer ein kaltes, weites Schweigen gewesen. Lange bevor die ersten hölzernen Ungetüme mit ihren weißen Segeln wie bleiche Geister aus dem Nebel der Hudson Bay stiegen, spannte sich das Land zwischen den salzigen Gestaden der James Bay und den endlosen, tiefen Wäldern, die sich wie ein dunkelgrüner Ozean bis hinab zu den Ufern des Oberen Sees erstreckten, in einer majestätischen, unberührten Ruhe aus. Es war eine Welt, die in ihrem eigenen, uralten Rhythmus atmete. Der Wechsel der Jahreszeiten bestimmte das Leben der Menschen, die hier heimisch waren. Wenn der Winter das Land mit einer dicken Decke aus Eis und Schnee überzog, zogen sich die Jäger in die schützenden Wälder zurück, und wenn der Sommer die zahllosen Flüsse und Seen vom Eis befreite, glitten die leichten Kanus aus Birkenrinde über das schimmernde Wasser, getragen von der Strömung und der unerschöpflichen Kraft der Arme, die die Paddel führten.

In diesen fernen Tagen, deren Erinnerung heute wie der Rauch eines erlöschenden Feuers im Wind verweht, lebten die Stämme in einer tiefen, fast ehrfürchtigen Verbundenheit mit der Natur und miteinander. Gewiss, es gab Fehden, und die Grenzen der Jagdreviere wurden mitunter mit dem Bogen verteidigt, doch die Konflikte waren so flüchtig wie die Spuren im Neuschnee. Die Cree, die sich selbst als die Iyiniwok bezeichneten, die wahren Menschen, beherrschten die weiten, moosigen Ebenen und die lichten Nadelwälder des Nordens. Sie waren Meister des Überlebens in einer kargen Welt, in der der Wind oft wie ein hungriger Wolf an den Wänden der Wigwams riss. Weiter südlich und westlich, dort, wo die Wälder dichter wurden und die majestätischen Kiefern und Eschen den Himmel berührten, lebten die Ojibwe. Ihre Welt war das Land der unzähligen tiefen Seen, der rauschenden Ströme und den dichten Wäldern. Zwischen diesen Völkern gab es einen steten Austausch, ein feines Gewebe aus Handel, Heirat und gegenseitigem Respekt, das auf der einfachen Erkenntnis beruhte, dass kein Mensch und kein Stamm allein gegen die unerbittliche Härte des Landes bestehen konnte.

Man tauschte, was die eigene Heimat im Überfluss schenkte. Die Ojibwe brachten den begehrten Ahornsirup, sorgsam getrockneten Fisch und die Rinde der großen Papierbirken, aus der sich die besten Kanus bauen ließen. Die Cree wiederum boten die feinen, dichten Felle des Nordens, die sie im eisigen Wind der Tundra erbeutet hatten, oder das zähe Fleisch des Karibus. Der Tausch war mehr als nur ein Geschäft; er war ein heiliges Ritual, das von langen Reden, dem gemeinsamen Rauchen der Pfeife und dem Austausch von Geschichten begleitet wurde. Es war eine Zeit, in der der Wert eines Dinges nicht an einer fremden Münze gemessen wurde, sondern an der Mühe, die seine Herstellung gekostet hatte, und an der Freundschaft, die durch das Geschäft besiegelt wurde. Der Biber, dessen geschmeidiges Fell später zum Fluch dieses Landes werden sollte, war damals ein Bruder unter Brüdern. Man jagte ihn, um sich vor der Kälte des Winters zu schützen, und man dankte seinem Geist für das Geschenk seines Lebens. Niemand hätte geahnt, dass die Gier einer fernen, unsichtbaren Welt dieses Gleichgewicht für immer zertrümmern würde.

Die Veränderung kam nicht wie ein plötzlicher Sommersturm, der die Wipfel der Bäume mit einem Mal bricht. Sie kam schleichend, wie ein unaufhaltsames, kaltes Gift, das sich langsam durch die Adern des Landes fraß. Es begann mit den ersten bleichen Männern, die an den Küsten der großen Bucht ihre hölzernen Handelsfaktoreien errichteten. Sie brachten Dinge mit, die den Augen der Jäger wie reine Magie erschienen. Da waren Messer aus glänzendem, hartem Eisen, die ihre Schärfe selbst nach der Arbeit an vielen Kadavern nicht verloren. Da waren Kessel aus schwerem Kupfer, die das Wasser über dem offenen Feuer schneller zum Kochen brachten, als es jeder irdene Topf je vermocht hätte. Und da waren die Musketen, jene donnernden Rohre aus Eisen und Holz, die den Tod auf Entfernungen brachten, von denen ein Bogenschütze nur träumen konnte. Für diese Wunderwerke verlangten die Fremden nur eines: die Felle der Tiere, besonders das dichte, seidige Unterhaar des Bibers, das in den fernen Städten jenseits des großen Wassers zu kostbaren Hüten für die Häupter der Reichen und Mächtigen verarbeitet wurde.

Es dauerte nicht lange, bis das Leben der Stämme einen neuen, fremden Takt annahm. Die Jagd war nicht mehr nur ein Mittel, um den Hunger der eigenen Familie zu stillen und den Körper vor der Kälte zu schützen. Sie wurde zu einer unaufhörlichen Arbeit, zu einem rastlosen Wettlauf gegen die Zeit und gegen die Jäger anderer Clans. Um die begehrten Eisenwaren, das schwarze Pulver und die bleiernen Kugeln zu erlangen, mussten immer mehr Felle zu den Posten der weißen Händler gebracht werden. Die alte Kunst des Bogenbauens geriet in Vergessenheit; wer im Wald überleben und sich gegen seine Feinde verteidigen wollte, brauchte das Gewehr der Fremden. Doch das Gewehr brauchte Pulver, und das Pulver gab es nur bei den weißen Männern im Fort. So entstand eine Kette der Abhängigkeit, deren Glieder von Jahr zu Jahr schwerer und unerbittlicher wurden. Die Jäger waren nicht mehr die freien Herren der Wildnis; sie waren zu Gehilfen einer unsichtbaren Maschine geworden, deren Räder sich in London und Paris drehten.

Mit den Waren der Europäer kam jedoch noch ein anderes, weitaus dunkleres Gut in die Wälder: das Feuerwasser. In den hölzernen Fässern, die die Händler mit über das Meer brachten, schlummerte ein Dämon, den die Menschen des Waldes nicht kannten und gegen den sie keine Abwehr besaßen. Der süßliche, brennende Alkohol wurde von den weißen Händlern ganz gezielt zu ihrem eigenen Vorteil eingesetzt. Ein Jäger, dessen Geist vom Rum oder Brandy vernebelt war, feilschte nicht mehr um den Preis seiner Felle. Er gab den Ertrag eines ganzen Winters voller Entbehrungen für wenige Schlucke des brennenden Wassers her, nur um am nächsten Morgen mit leerem Magen, zitternden Händen und einer tiefen, nagenden Scham im Herzen zu erwachen. Das Feuerwasser zerstörte die Würde der Männer, es säte Zwietracht in den Dörfern und ließ den Respekt vor den Ältesten und den alten Gesetzen des Stammes wie trockenes Laub im Feuer vergehen. Wo einst die besonnene Weisheit der Häuptlinge den Weg gewiesen hatte, herrschte nun oft der blinde, vom Alkohol geschürte Zorn des Augenblicks.

Diese schleichende Abhängigkeit veränderte auch die Beziehungen der Stämme untereinander auf dramatische Weise. Die alten Allianzen begannen zu bröckeln, als die Jagdgründe immer leerer wurden. Der Biber, der einst in jedem Bach und jedem Sumpf des Landes seine Burgen gebaut hatte, wurde in den küstennahen Regionen systematisch ausgerottet. Die Jäger mussten immer weiter in das Landesinnere vordringen, um die Gier der Handelsgesellschaften zu befriedigen. Dies führte unweigerlich zu blutigen Konflikten. Es waren nicht mehr die kurzen, rituellen Fehden der Vergangenheit, bei denen es vor allem um den Beweis von Mut und Ehre gegangen war. Es waren Kriege um das nackte Überleben, Kriege um die Kontrolle über die verbliebenen Jagdgebiete und die Handelswege zu den Forts. Die sogenannten Biberkriege warfen ihre langen, düsteren Schatten über das Land. Stämme, die seit Generationen in Frieden nebeneinander gelebt hatten, sahen sich plötzlich als erbitterte Feinde. Mit den Musketen der Europäer ausgerüstet, wurden die Kämpfe von einer Grausamkeit und einem Ausmaß an Zerstörung geprägt, die das Land noch nie zuvor gesehen hatte. Ganze Dörfer wurden im Schlaf überrascht und dem Erdboden gleichgemacht, und der Boden trank das Blut von Brüdern, vergossen im Namen eines fernen Marktes.

Inmitten dieses von Gier und Gewalt aufgewühlten Landes erhob sich bald eine Macht, die wie keine andere das Schicksal des Nordens bestimmen sollte: die Hudson Bay Company. Gegründet durch eine königliche Urkunde im fernen London des Jahres 1670, verlieh die britische Krone einer Handvoll adliger Herren und reicher Kaufleute das absolute Monopol über das gesamte Entwässerungsbecken der Hudson Bay. Ein riesiges, unkartiertes Territorium, das fortan den Namen Rupert’s Land tragen sollte. Für die Männer, die diese Urkunde auf feinem Pergament unterzeichneten, war das Land kein atmender Organismus, kein Zuhause für unzählige Seelen; es war eine bloße Einnahmequelle, eine unermessliche Quelle für Pelze, das es mit allen Mitteln auszubeuten galt. Die Company errichtete an den Mündungen der großen Flüsse wie dem Albany River und dem Moose River mächtige, hölzerne Forts. Mit ihren hohen Palisaden, den wachsamen Bastionen und den drohenden Mündungen der Kanonen glichen diese Posten düsteren Festungen, die wie hölzerne Stacheln in den unberührten Körper der Wildnis gerammt worden waren.

Die Politik der Company war von einer kühlen, bürokratischen Härte geprägt. In den Kontoren der Forts saßen die Faktoren und Schreiber hinter ihren schweren Holztischen und führten penibel Buch über jeden Biberpelz, der über den Tresen gereicht wurde. Der Wert aller Dinge wurde in einer neuen, künstlichen Währung gemessen: dem Made Beaver, dem Wert eines perfekt präparierten, ausgewachsenen Biberfells im Winterhaar. Für ein Gewehr verlangte die Company eine genau festgelegte Anzahl dieser Felle; ebenso für ein Pfund Pulver, eine Handvoll Perlen oder eine Decke. Doch die Preise waren nicht stabil. Sobald die Company spürte, dass ein Stamm vollständig von ihren Waren abhängig geworden war, diktierte sie die Bedingungen. Die Preise für europäische Güter wurden erhöht, während der Wert der Pelze sank. Die Jäger gerieten in eine Spirale der Verschuldung. Sie erhielten im Herbst Ausrüstungen und Vorräte auf Kredit, und der Ertrag der winterlichen Jagd reichte im Frühjahr kaum aus, um diese Schulden zu tilgen. Wer sich den Bedingungen der Company widersetzte, wurde gnadenlos bestraft.

Um dieses Monopol gegen jede Konkurrenz zu verteidigen – seien es die französischen Waldläufer, die sogenannten Coureurs de Bois, die aus dem Süden heraufdrangen, oder freie Händler aus den eigenen Reihen –, griff die Company zu drastischen, oft brutalen Methoden. Jede Unregelmäßigkeit, jeder Versuch, Pelze an den Kontoren der Company vorbeizuschmuggeln, wurde als Aufruhr gegen die Krone betrachtet. Die Offiziere der Company, oft ehemalige Soldaten mit einer tiefen Verachtung für die indigenen Völker, regierten ihre Posten und das umliegende Land mit eiserner Disziplin. Wer beim illegalen Handel erwischt wurde, verlor nicht nur seine Ware; nicht selten brannten die bewaffneten Strafexpeditionen der Company ganze Siedlungen nieder, vernichteten die mühsam angelegten Wintervorräte der Familien oder nahmen die Frauen und Kinder der Jäger als Geiseln, um die Männer zur Unterwerfung zu zwingen. Es war ein System der Angst und der wirtschaftlichen Unterdrückung, maskiert als der Überbringer von Ordnung und Zivilisation.

Besonders geschickt verstand es die Company, die verschiedenen Stämme gegeneinander auszuspielen. Sie bevorzugte bestimmte Gruppen der Cree, stattete sie mit besseren Waffen aus und ernannte ihre Häuptlinge zu sogenannten Handelsfaktoren des Waldes. Diese bevorzugten Cree-Händler fungierten als Zwischenhändler, die die Waren der Company tief in das Landesinnere brachten und im Gegenzug die Pelze der entfernteren Stämme einsammelten. Dadurch entstand eine neue Hierarchie unter den indigenen Völkern. Die Cree, die von der Gunst der Company profitierten, sahen in diesem Bündnis die einzige Möglichkeit, den Wohlstand und die Sicherheit ihres eigenen Volkes in einer sich rasch verändernden Welt zu garantieren. Sie verteidigten ihre Rolle als Vermittler mit Klauen und Zähnen und blickten mit wachsendem Misstrauen auf jeden, der versuchte, direkt mit den Engländern in Kontakt zu treten oder eigene, unabhängige Handelswege zu erschließen.

In dieses hochexplosive Gefüge geriet im ersten Viertel des achtzehnten Jahrhunderts eine neue Bewegung. Weiter östlich, im Land der Großen Seen, waren die Lebensbedingungen für viele Ojibwe-Gemeinschaften immer schwieriger geworden. Die Kriege zwischen den Huronen und den Irokesen und der unaufhaltsame Druck der weißen Siedler an den Rändern ihrer Territorien zwangen viele Familien, ihre alten Heimatgebiete zu verlassen. Auf der Suche nach neuen Jagdgründen und einer Möglichkeit, direkt am lukrativen Fellhandel der James Bay teilzunehmen, begannen Gruppen der Ojibwe, nach Norden und Nordwesten zu ziehen. Sie folgten den alten Wasserwegen, den verschlungenen Pfaden aus Flüssen, Seen und mühsamen Portagen, die sie tief in das waldige Hügelland zwischen dem Oberen See und der James Bay führten. Sie waren ein stolzes, zahlreiches Volk, geübt im Überleben und gestählt durch die Konflikte der vergangenen Jahrzehnte. Sie brachten ihre eigenen Traditionen, ihre tiefe Verbundenheit mit dem Land und einen unbändigen Willen zur Unabhängigkeit mit.

Das Vordringen der Ojibwe in diese Regionen blieb von den Cree nicht unbemerkt. Die Cree sahen das Land zwischen den Flüssen Albany und Moose als ihr angestammtes Jagdgebiet an. Jede neue Familie, die im herbstlichen Wald ihre Hütten errichtete, bedeutete eine zusätzliche Konkurrenz um die ohnehin seltener gewordenen Pelztiere und das Wild. Die Spannungen zwischen den beiden Völkern wuchsen von Tag zu Tag wie die Schwüle an einem heißen Sommernachmittag vor einem schweren Unwetter. An den Lagerfeuern der Cree wurde hitzig darüber debattiert, wie man auf die Eindringlinge reagieren sollte. Manche junge Krieger forderten, die Ojibwe mit Waffengewalt zu vertreiben und ihre Spuren im Wald auszulöschen, um die eigene Vormachtstellung im Handel mit der Company zu sichern. Doch die älteren Häuptlinge, allen voran der erfahrene Kihiw, mahnten zur Vorsicht. Sie wussten, dass die Ojibwe weiter im Westen ein zahlreiches und starkes Volk waren. Ein offener Krieg würde das Land mit Blut tränken und die lebensnotwendigen Handelswege blockieren, was letztlich nur der Company nützen würde, die dann die Preise nach Belieben diktieren konnte.

So blieb das Verhältnis zwischen den Stämmen in der Schwebe – ein brüchiger, von tiefem Misstrauen geprägter Frieden, bei dem jeder Schritt im Unterholz sorgsam beobachtet wurde. Es kam vorerst zu keinen offenen Kampfhandlungen, doch die Luft war schwanger von einer unheilvollen Vorahnung. Die Jäger der Ojibwe bauten ihre Fallen mit der stillen Beharrlichkeit derer, die wissen, dass sie um ihr Recht auf Heimat kämpfen müssen, während die Späher der Cree wie Schatten durch das Dickicht glitten, die Hand stets am Griff des Messers oder am Schaft der Muskete. Es war eine Welt am Scheideweg. Die alten Pfade waren von den Stiefeln der fremden Eroberer zertreten worden, und die neuen Wege waren mit den Tränen der Abhängigkeit gepflastert. In dieser Landschaft aus Nebel, dunklen Wäldern und schweigenden Flüssen bereitete sich die Bühne für ein Drama vor, in dem es um weit mehr gehen sollte als nur um den Preis eines Biberfells. Es ging um die Frage, ob der Geist der Freiheit in der unendlichen Wildnis überleben konnte oder ob er unter der eisernen Faust des Monpols für immer zermalmt werden würde.

Der Nebel hing wie ein schweres, feuchtes Laken über den tiefen Flusstälern abseits der wachsamen Augen der englischen Posten, die wie hölzerne Stachel aus der Grenze des unberührten Landes ragten. Es war ein schwüler Morgen in jenem schicksalhaften Jahrzehnt, und die Luft trug die drückende Schwere eines herannahenden Unwetters, das sich in den fernen Wipfeln der Wälder bereits durch ein leises, unheilvolles Raunen ankündigte. In dieser verborgenen Welt, wo die uralten Eschen und Weiden ihre Äste wie schützende Arme über den feuchten Boden breiteten, war die Welt der weißen Ansiedlungen weit fort. Hier, im dichten Unterholz, bewegten sich die Menschen noch mit jener lautlosen Beharrlichkeit, die nur denjenigen eigen ist, die die Wildnis nicht als einen Feind, sondern als ein weites, atmendes Zuhause begreifen. Doch die Zeichen des Wandels waren unübersehbar, eingeritzt in die Rinde der Bäume und eingebrannt in die Herzen derer, die unter dem Zeichen des Bibers lebten.

Asche auf dem Schnee

Die Kälte des Januars lag wie eine eisige Decke über dem weiten Land am Albany River. Es war jene Zeit des Jahres, in der der Atem augenblicklich zu weißem Staub gefror und das Holz der mächtigen Kiefern unter der Spannung des Frostes mit einem Geräusch wie ferne Flintenschüsse splitterte. In dieser unerbittlichen Jahreszeit, in der die Natur ihren

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